Tamilische Flüchtlinge, philippinische Ehefrauen, chinesische Touristen: Sozialfiguren asiatischer Migration in der Schweiz
Author(s): Annuska Derks, Olivia Killias
Source: https://www.isek.uzh.ch/dam/jcr:8b28b5fd-2b55-48dd-b3c3-96cc37c59ab7/ZANTHRO_1.pdf
Abstract
„The migrant has become the political figure of our time“, schreibt Thomas Nail (2015, Klappentext) in seiner Analyse kontemporärer Migration. Ständig kategorisiert und häufig problematisiert, ist die Gestalt des Migranten in heutigen Debatten über Nation, Gesellschaft und Globalisierung kaum wegzudenken. Die Brisanz des Themas Migration zeigt sich in der täglichen Berichterstattung zu Zuwanderung und Flucht, in den Chancen und Ängsten, die damit verbunden werden, sowie in den politischen Interventionen, die beabsichtigen, Migration zu steuern oder gar ganz zu stoppen. Der Migrant, beziehungsweise immer öfter die Migrantin, wird in der gegenwärtigen nationalstaatlichen Ordnung zu einer zentralen Sozialfigur der Gegenwart: Die Migrantin steht für mehr als ein Individuum, sie verkörpert etwas, das grösser ist, als sie selbst (Barker et al. 2014, 2). Sozialfiguren sind, wie Moebius und Schroer (2010, 8) es formulieren, „zeitgebundene historische Gestalten, anhand deren ein spezifischer Blick auf die Gegenwartsgeschichte geworfen werden kann.“