{"id":1985,"date":"2018-02-26T17:00:17","date_gmt":"2018-02-26T16:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/swissmig.wordpress.com\/?p=1985"},"modified":"2018-02-26T17:00:17","modified_gmt":"2018-02-26T16:00:17","slug":"behinderung-und-asyl-wie-wird-behinderung-im-schweizerischen-asylwesen-thematisiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/?p=1985","title":{"rendered":"Behinderung und Asyl : Wie wird Behinderung im schweizerischen Asylwesen thematisiert?"},"content":{"rendered":"<h3>Author(s) : Isabelle Horand<\/h3>\n<h3>Source : <a href=\"https:\/\/libra.unine.ch\/handle\/123456789\/3870\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/libra.unine.ch\/handle\/123456789\/3870<\/a><\/h3>\n<p><!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Die vorliegende Masterarbeit besch\u00e4ftigt sich mit dem Thema Behinderung im schweizeri-schen Asylwesen. Mit den Disability Studies als theoretische Grundlage wurden 15 problem-zentrierte Interviews mit Mitarbeiter*innen aus dem Behindertenwesen und Asylwesen durch-gef\u00fchrt und ausgewertet. Der Fokus lag dabei auf dem diskursiven Herstellungsprozess von Behinderung im Asylwesen. Ausserdem wurde analysiert, welche Massnahmen bereitgestellt werden, um einen m\u00f6glichst barrierefreien Ablauf des Asylverfahrens zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nDie Auswertung der empirischen Daten hat gezeigt, dass Behinderung im Asylwesen prim\u00e4r als medizinisches, individuelles &#8216;Problem&#8217; dargestellt wird. Damit behindertenspezifische Mas-snahmen ergriffen werden und\/oder die Behinderung einer gesuchstellenden Person als sachverhaltsrelevant eingesch\u00e4tzt wird und somit einen Einfluss auf die Einsch\u00e4tzung der Fl\u00fcchtlingseigenschaft hat, muss die Behinderung von Fachpersonen mittels \u00e4rztlicher Atteste nachgewiesen werden.<br \/>\nDie Analyse der Interviews hat auch ergeben, dass viele Mitarbeiter*innen im Asylwesen der Meinung sind, \u00fcber die besonderen Bed\u00fcrfnisse behinderter Gesuchsteller*innen informiert zu sein. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind erstens die Annahme, dass es sich bei traumatisierten Personen um behinderte Personen handelt und bereits gen\u00fcgend Sensibilisierungsprogramme zum Thema Trauma im Asylverfahren angeboten werden. Zweitens werden Gesuchsteller*innen mit Be-hinderungen als Teil der Gruppe &#8216;vulnerabler Personen&#8217; angesehen, f\u00fcr die bereits diverse spezifische Massnahmen vorgesehen sind.<br \/>\nTrotz der internationalen Behindertenrechtskonvention gibt es in der Schweiz noch wenig sys-tematische Abl\u00e4ufe und Richtlinien, die ein barrierefreies Asylverfahren erm\u00f6glichen w\u00fcrden. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig: Unter anderem sind dies die fehlende behindertenspezifische Sensibilisierung im Asylwesen und die mangelhafte Koordination zwischen den Institutionen des Behinderten- und Asylbereichs. Des Weiteren weisen die Institutionsmitarbeiter*innen auf die kleine Anzahl Betroffener und die unklare finanzielle Deckung von Leistungen hin, um zu erkl\u00e4ren, wieso spezifische Vorkehrungen f\u00fcr behinderte Gesuchsteller*innen im Asylbereich nicht notwendig oder nicht realisierbar sind.<br \/>\nSomit dominiert im Asylwesen weiterhin das medizinische Modell von Behinderung, das im Gegensatz zum sozialen Modell die behindernde Umwelt nicht mitber\u00fccksichtigt und den Fo-kus auf den &#8216;behinderten K\u00f6rper&#8217; legt. Am &#8216;behinderten K\u00f6rper&#8217; wird im Asylverfahren auch die Glaubw\u00fcrdigkeit der Asylgr\u00fcnde gemessen und ist deswegen auch Zielscheibe institutioneller Definitionsmacht.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Author(s) : Isabelle Horand Source : https:\/\/libra.unine.ch\/handle\/123456789\/3870<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kadence_starter_templates_imported_post":false,"_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[59],"tags":[48,49,112,8,523,73,157,127,154,319,103,144],"class_list":["post-1985","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-health","tag-48","tag-asylum-policy","tag-asylum-procedure","tag-case-study","tag-disability","tag-german-language","tag-health-care","tag-health-policy","tag-interviews","tag-master-thesis","tag-refugees","tag-vulnerability"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1985","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1985"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1985\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1985"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1985"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/swissmig.unine.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1985"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}